Leinsamenmehl | Worauf achten? Vorteile?

Leinsamen | Glutenfrei, ballaststoffreich und Low Carb

Leinsamenmehl
Geschroteter Leinsamen

Leinsamenmehl – eine Alternative zu Weißmehl?
Es muss nicht immer das exotische, meist teure Superfood wie Goji oder Acai sein. 

Der gute alte Leinsamen und seine gemahlene Form, das Leinsamenmehl, können nämlich auch so einiges und brauchen sich hinter den exotischen Konkurrenten mit den hippen Namen keinesfalls zu verstecken.

Leinsamen, auch Flachs genannt, ist seit Jahrtausenden als Heilpflanze bekannt. Nussig im Geschmack, easy zu kombinieren, supergesund und im Vergleich zu Chia und Co absolut Low Budget.

Geschrotet oder gemahlen sollten die Samen sein, damit die Inhaltsstoffe optimal vom Körper verwertet werden können. 

Aus gemahlenem Leinsamen entsteht Leinsamenmehl, das es in zwei Varianten gibt.

Leinsamenmehl

#1 Entöltes Leinsamenmehl

Das typische Leinsamenmehl wird ähnlich wie Mandel- oder Kokosmehl gewonnen. Aus den Resten nach der Leinölgewinnung, dem Presskuchen. Dieser wird fein zu entöltem Leinsamenmehl zermahlen.
Im Ergebnis ist dieses Mehl dann fettärmer, trockener und kalorienreduzierter als die zweite Variante.
Beim Backen mehr Flüssigkeit hinzugeben, da dieses Mehl viel Flüssigkeit zieht.

Vorteil: Es hat weniger Kalorien und ist länger haltbar.

Nachteil: Durch den Ölentzug fehlen einige der wertvollen Inhaltsstoffe, die im Öl enthalten sind.  

Entöltes Leinsamenmehl mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist dieses und dieses.

#2 Leinsamenmehl aus vollständigen Leinsamen

Hier wird der komplette Samen gemahlen. Der gesamte Ölgehalt ist im Mehl enthalten mit entsprechend mehr Kalorien. Ungepresst besitzen Leinsamen einen sehr hohen Ölgehalt von 30-45 Prozent. 

Vorteil: Enthält wertvolle Öle und Omega-3-Fettsäuren.

Nachteil: Durch den vollen Ölgehalt wird dieses Mehl schneller ranzig, dann schmeckt es bitter. Es sollte unbedingt im luftdichten Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Für einige kann auch die höhere Kalorienanzahl ein Nachteil sein.

#DIY

Diese Variation lässt sich auch locker im DIY Verfahren, zum Beispiel mit einer Kaffeemühle, herstellen.
Leinsamen sind nicht so hart wie Kaffeebohnen und das Zermahlen geht relativ zügig. Du brauchst nicht länger als 1-2 Minuten für ein paar Löffel. Einfach in den Mixer geben und mahlen bis es fein wird.

Keine Lust auf selber machen?
Dann kriegst du hier empfehlenswertes Leinsamenmehl mit vollem Ölgehalt. 


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Auf den Ölgehalt achten

Bist du dir beim Kauf unsicher, ob es sich um entöltes Leinsamenmehl handelt oder nicht, dann hilft ein Blick auf die Kalorienangaben.

Entöltes Mehl hat circa 333 Kalorien und 12 g Fett/100g. Teilentölt entsprechend etwas mehr. 

Gemahlene Leinsamen kommen auf circa 471 Kalorien und 31 g Fett/100 g. Die Angaben schwanken etwas je nach Produkt.

Warum lohnt sich Leinsamen/Leinsamenmehl?

Einige Pluspunkte im Überblick

#1 Glutenfrei.

#2 Viele Ballast- und Schleimstoffe.
Leinsamen quellen im Darm auf, die Verdauung wird angekurbelt und die Darmgesundheit unterstützt. Ein natürliches Abführmittel bei Verstopfung. Wichtig ist es zusätzlich immer genügend zu trinken. Alternative verdauungsfördernde  natürliche Mittel sind Flosamenschalen oder Chia Samen

#3 Entgiftende Wirkung.
Schleimstoffe binden Wasser und sorgen für eine rasche Darmentleerung. Abfallstoffe und Toxine können den Organismus so schneller verlassen.

#4 Low Carb.

#5 Reich an Omega-3-Fettsäuren sowie an vielen wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen.

#6 Proteinreich.

#7 Vegan.

#8 Reichhaltigste Quelle für Lignane.
Ein Phytohormon. Helfen unter anderem den Hormonhaushalt in Balance zu halten, indem sie ein zu wenig oder zu viel an Östrogenen ausgleichen.
Steigern auch die Fruchtbarkeit und mindern Probleme in den Wechseljahren.

#9 Stimmungsaufhellende Wirkung.

#10 Hohe Nährstoffdichte.
Also viele Nährstoffe in Relation zur Kalorienmenge.

#11 Entzündungshemmende Wirkung.

#12 Reich an Antioxidantien.
Bekämpfung von freien Radikalen. Schutz vor Zellschäden.

#13 Helfen beim Abnehmen.
Machen satt und verhindern Heißhungerattacken.

#14 Stärkung des Immunsystems.

#15 Positive Effekte auf Blutdruck, Blutzucker- und Cholesterinspiegel.

#16 Möglicherweise präventive Schutzwirkung gegen verschiedene Krebsarten.

Leinsamen in die Ernährung integrieren

Der Klassiker ist wohl der Leinsamen im Müsli und Joghurt. Aber auch zu Smoothies, Salate, Suppen oder über Gemüse für eine nussige Note macht er sich gut.

Beim Backen kann Leinsamenmehl für Muffins, Cookies, Brote, Bagels, Pfannkuchen, Waffeln und vieles mehr verwendet werden.
Es macht eine tolle Textur und passt besonders gut zu herzhaften Speisen. 

Bis zu 1/4 der Mehlmenge kann durch Leinsamenmehl in einem Rezept ersetzt werden. 

Tipp: Leinsamenmehl als Eiersatz. Für 1 Ei, Circa 2 Esslöffel Mehl und 3 Esslöffel Wasser mischen. 

Superfood Leinsamen

Alles in allem ist Leinsamen supergesund und zu empfehlen. Wer sie regelmäßig isst, kann absolut davon profitieren. Aber es ist kein Wundermittel.
Und eine Garantie, dass ein einziges Lebensmittel die Gesundheit verbessert, gibt es selbstverständlich nicht.
Dafür ist ein rundum gesunder Lebensstil wichtig, das Thema ist komplex. Ein einziges Nahrungsmittel ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein.